DÖRFER IN ENTLEGENEN LANDSTRICHEN

Panorama von Adorf. Am linken Bildrand ist die Bebauung der Lessingstraße angeschnitten.

Vielerorts stehen ländliche Gemeinden vor der existenziellen Herausforderung, dass sie als Wohn-, Lebens- und Arbeitsstandort attraktiv bleiben müssen um einem weiteren Bevölkerungsrückgang entgegenzuwirken. Sie können in ihrer Siedlungsplanung jedoch nicht auf positive Wachstumsaspekte zurückgreifen. Um möglichst effiziente und lebenswerte Dorfstrukturen zu erhalten bzw. neu zu schaffen, müssen betroffene Gemeinden ihren Fokus auf den Dorfumbau legen. In vielen dieser alten Ortszentren ist zunehmender Leerstand von Gebäuden ein großes Problem. Neben nicht mehr genutzten Landwirtschafts- und Industriebauten, Gasthöfen, Schulen und Bahnhöfen führen sinkende Einwohnerzahlen, bedingt durch den demographischen Wandel und Stadtflucht immer häufiger zu leerstehenden Wohngebäuden. Historische Bausubstanz ist jedoch ein wertvoller Teil unseres kulturellen Erbes und vielerorts identitäts- und qualitätsstiftend, ihr Verlust führt zu einer geminderten Wohn- und Lebensattraktivität in den betroffenen Dörfer und Regionen. Es gilt, geeignete Bauten zu erhalten und zu pflegen. Dies ist gerade im ländlichen Raum ohne ihre zeitgemäße Nutzung nicht möglich, denkmalpflegerische Grundsätze, Lebensqualität und wirtschaftliche Erfordernisse müssen und können in neuen Nutzungsstrategien in Einklang gebracht werde. Neben der Stärkung der sozialen Infrastruktur (Schulen, Kitas und Kultur), der ortsansässigen Wirtschaft und des lokalen Versorgungs- und Dienstleistungsangebotes müssen durch diese Konzepte vor allem auch andere Zielgruppen angesprochen werden. Durch die Entwicklung von Wohntypologien, welche den Anforderungen eines altersgerechten und barrierefreien Wohnens, der Nachfrage nach preiswerten und kleinen Wohneinheiten und den neuen innovativen Wohn- und Lebensmodellen potenzieller Familiengründer gerecht werden, kann wirtschaftlich abgehängten Dörfern eine chancenreiche Zukunftsperspektive aufgezeigt werden.