ADORF IM VOGTLAND

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Blick über den Marktplatz in Richtung St. Michaelis und der „Wolfsschlucht“ in der Bildmitte

Die heute ca. 4900 Einwohner große Gemeinde Adorf liegt, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Bayern und Tschechien, im so genannten Musikwinkel des sächsischen Vogtlands. Um 1260 folgte auf die erste Dorfstruktur im Elstertal, an der Mündung des Schwarzbach in die Weiße Elster, die planmäßig angelegte Marktsiedlung. Auf der Hochfläche westlich der Elsteraue gelegen, ist diese in ihrer historischen Siedlungsstruktur bis heute erhalten. Ihr Zentrum bildet der mit 321 Metern längste vogtländische Marktplatz mit seinen typischen Ackerbürgerhäusern, dem Rathaus und der markanten Stadtkirche St. Michaelis. Nach seiner Gründung wuchs das verkehrsgünstig, an alten Handelsrouten zwischen Bayern, Böhmen und Sachsen gelegene Adorf zu einem wohlhabenden Ackerbürgerstädtchen heran. Zu den wichtigsten Erwerbszweigen der Gemeinde zählte neben der Acker- und Viehwirtschaft, der für das Vogtland typischen Handweberei und dem lokal verwurzelten Instrumentenbau, vor allem die Fischerei und Verarbeitung von Perlmuscheln. Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich Adorf, mit etwa 1000 beschäftigten Arbeitern, zum Zentrum der deutschen Perlmuttwarenverarbeitung entwickelt. Durch die Gründung mehrere Textilwerke und Maschinenstickereien hielt parallel die Industrialisierung Einzug in Adorf. Zu deren bedeutendsten Manufakturen zählten, mit etwa 3000 Beschäftigten die Teppich- und Textilwerke Claviez. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die im Vogtland ansässigen Teppich- und Textilwerke enteignet, der DDR-Verwaltung übergeben und als Volkseigene Betriebe (VEB) neu organisiert. Nach Jahrzehnten, in denen vor allem die altindustriellen Betriebe der Textilindustrie das Bild der Stadt prägten, ergaben sich nach 1990, durch deren Zusammenbruch, grundlegende Veränderungen in der Wirtschaftsstruktur. Heute sind neben drei mittelständigen Unternehmen viele Kleinbetriebe in Adorf ansässig. Auf Grund der schwachen Wirtschaft pendeln jedoch viele Erwerbstätige an ihre Arbeitsorte wie Oelsnitz, Plauen, Selb und Hof. 

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